Projekt des Seehauses

Schulung, Freizeit, Cafe, Selbsthilfe, Vermittlung von Arbeitspraktika 
und Qualifizierungsmaßnahmen
  

Wer kann zu uns kommen?

  • Langzeitarbeitslose Menschen, die nach vormaliger Suchterkrankung abstinent leben.

  • Ausstiegsorientierte Menschen, die in medikamentöser Behandlung sind (Substitution).

  • Ehemals süchtige Frauen: zielgenaue Berufsorientierung durch geschlechtsspezifische Angebote.

 Was wir anbieten können:

  • Beratung 

  • Vermittlung in externe Praktika (12 Woche)

  • Vermittlung auf den 1. und 2. Arbeitsmarkt

  • Schuldenregulierung

  • Kooperationsstellen mit Beschäftigungsträgern

  • Bewerbungstraining

  • Praktikums- und Jobcoaching

  • Zukunftswerkstatt zur Berufsorientierung

  • Erstellung eines individuellen Leistungsprofils

  • EDV-Schulung

  • Frauenspezifische Angebote in Training und Schulung

  • Unterrichtsangebot in Deutsch, Englisch, Rechnen und Lerntechniken

  Freizeit und Selbsthilfe:

  • Das Internet-Café im Clean Café Belvedere

  • Musikübungsraum

  • Fitness-Studio mit Sauna

  • Selbsthilfegruppen

  • Play Clean e.V.

Das Angebot von workstart richtet sich an langzeitarbeitslose Menschen im Hamburger Großraum, die nach vormaliger Suchterkrankung abstinent leben. Ausnahmen bilden Menschen, die in medikamentöser Behandlung sind. Besonders ehemals süchtigen Frauen möchten wir durch geschlechtsspezifische Angebote eine zielgenaue Berufsorientierung ermöglichen.

Die TeilnehmerInnen gehen auf folgende Weise gestärkt aus workstart heraus:

1. Verbesserter Bildungsstand

2. realistischere Selbsteinschätzung in Bezug auf die eigenen beruflichen Fähigkeiten

3. Schärfung und Entwicklung von beruflichen Zielen

4. Erhöhte Arbeitsmotivation

5. verbessertes Standing in Alltagssituationen

6. erhöhte Selbsthilfekompetenz

7. Wiederherstellung der körperlichen Konstitution

Ziele des Projektes sind die Aufrechterhaltung der Abstinenz, Entwicklung und Festigung der sozialen Reintegration, Wiedereingliederung in das gesellschaftliche Leben, Berufsorientierung / Integration in Arbeit.

Angebote: Beratung, Erstellung eines individuellen Leistungsprofils, Bewerbungstraining, EDV-Schulung, geschlechtsspezifische Angebote in Training und Schulung, Zukunftswerkstatt, Unterrichtsangebot in Deutsch, Englisch, Rechnen, Lernmethoden;

Vermittlung in externe Praktika, Vermittlung auf den 1. und 2. Arbeitsmarkt, Kooperationsstellen.

Zusätzlich bietet workstart allen TeilnehmerInnen ein Freizeitangebot:

Ein professionell ausgestattetes Fitneßstudio und das Cleancafé Belvedere mit Kreativangeboten ( z.B. im Musikbereich) steht zur Verfügung.

Das Projekt wird aus den Mitteln des Europäischen Sozialfonds, sowie der Behörde für Wirtschaft und Arbeit finanziert.

Kontaktadressen:

Therapiehilfe e.V.
Geschäftsstelle
Hasselbrookstr. 94

workstart 
(Seehaus-Arbeitsprojekt)
Ritterstraße 69
22089 Hamburg

AnsprechpartnerIn:

Tel.:(040) 2980 120
Fax: (040) 2980 1221

Herr Adamski, Geschäftsführer
Tel.: (040) 200 01 00
Fax: (040) 200 20 57

e-mail: workstart@therapiehilfe.de

Homepage: www.therapiehilfe.de/workstart

Workstart Angebote:

Fitness und Sport bei workstart

Bewerbungstraining und EDV-Schulung für Anfänger und Fortgeschrittene

Aus der Presse

 


Wo sind wir zu finden?

Workstart
Ritterstraße 69
22089 Hamburg

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AUS DER PRESSE:
Hamburger Wochenblatt vom 08.08.2001

Neues Angebot des "Therapiehilfe": Internet-Surfen im Clean-Café

EILBEK (MG). Das Seehaus-Arbeitsprojekt "Therapiehilfe e.V" hat sein Clean-Café "Belvedere" für ehemals Suchtmittelabhängige in der Hasselbrookstraße 94a zum Internet-Cafe erweitert. Seit kurzem können Cafe-Gäste an zwei neuen PCs im weltweiten Datennetz Informationen aller Art aufrufen. "Vor allem zur Arbeitsplatz- und Wohnungssuche wird dieses Angebot gern genutzt. Aber auch für Infos zu Weiterbildung oder Freizeitgestaltung greifen unsere Gäste gern auf diese Möglichkeit zurück", sagt Britta Kirmayr, die in der benachbarten Einrichtung "workstart" (gehört ebenfalls zur Therapiehilfe) den ehemals Drogen- und Suchtmittelabhängigen die nötigen Computer-Grundkenntnisse vermittelt.

Das Clean-Café "Belvedere" (in der Regel montags bis donnerstags von 11 bis 18 Uhr geöffnet) steht aber nicht nur ehemaligen Abhängigen, sondern allen Menschen aus dem Stadtteil offen. Sie können dort einerseits im Internet surfen (30 Minuten kosten zwei Mark), andererseits aber auch preiswerte Mittagsgerichte oder Kaffee und Kuchen genießen. Wechselnde Kunstausstellungen sowie ein Büffet-Service für einkommensschwache Menschen und soziale Einrichtungen runden das "Cafe Belvedere"-Programm ab.

Umfangreicher ist auch das Angebot von "workstart" (wird unter anderem von der BAGS und vom Europäischen Sozialfond gefördert) geworden. Frauen und Männer können sich für den (Wieder-) Einstieg in das Berufsleben qualifizieren - in EDV- und Computerkursen, in Deutsch-, Englisch-, Rechnen- und Lerntechnik-Seminaren oder bei Bewerbungstrainings. Wesentlich reger sind hierbei übrigens Frauen geworden: "Seit Januar stellen Frauen 44 Prozent, unserer Teilnehmer, in den drei Förderjahren zuvor waren es nur 27 Prozent", sagt workstart-Koordinatorin Britta Kirmayr. Weitere Informationen gibt es unter Telefon 29 80 120 oder im Internet unter http://www.therapiehilfe.de


taz Hamburg 04.05.2002

Schritt für Schritt

Schluss mit Drogen. Und dann? "Workstart" hilft ehemals Drogenabhängigen zurück ins Arbeitsleben. Damit nach der Therapie etwas Neues kommt. Etwas, das stark macht.

von SANDRA WILSDORF

Fast sein halbes Leben hat er Drogen genommen: Heroin, Cannabis, Alkohol. "Ich habe mich 15 Jahre um nichts gekümmert, außer, wie ich an meine Drogen rankomme." Am Ende hat er nur noch vegetiert, "ein Jahr haben sie mir noch gegeben", sagt er. Jan Sandmann hat eine Therapie gemacht, zehn Monate war er auf einem Hof in Niedersachsen, "als ich danach das erste Mal wieder auf dem Hamburger Hauptbahnhof war, habe ich nur Leute gesehen, die auf Droge waren."

Er ist stark geblieben, "denn ich weiß jetzt: eine falsche Entscheidung, eine Sekunde, und alles, was ich mir erträume, geht den Bach runter." Darauf müsse er sich immer konzentrieren, dürfe nie schwach sein, "aber so ist das, wenn man clean leben will. Und ich will clean leben." Jan Sandmann sagt jetzt: "Ich liebe mich, ich bin glücklich." Und: "Ich weiß, dass ich etwas leisten, dass ich Teil dieser Gesellschaft sein kann." Sich zu lieben hat er in der Therapie gelernt, das Selbstbewusstsein bei "Workstart".

Das Arbeitsprojekt der Therapiehilfe e.V. hilft ehemals drogenabhängigen Langzeitarbeitslosen zurück ins Arbeitsleben. Arbeit als Rückfallprophylaxe, Arbeit als Stabilisator und für die Bestätigung.

Jan Sandmann hat zunächst in einem Computerkurs seine Begeisterung für die Geräte entdeckt und anschließend ein dreimonatiges Praktikum beim Harburger Turnerbund gemacht. Erst in der Verwaltung und dann auf den Grünanlagen . "Ich musste mich nicht verstellen, mein Chef wusste Bescheid." Auf einmal war Jan Sandmann wieder in einem sozialem Umfeld, hatte Erfolge, erntete Anerkennung. Er hat gelernt, dass er den Anforderungen eines Arbeitsalltags genügt. Aber er hat auch herausgefunden, dass er eigentlich kein Büromensch ist, "ich fange jetzt bei einem Arbeitstrainingsprogramm in Elmshorn an, will mich ausprobieren und dann eine Umschulung machen." Irgendwas im Sozialen, das wäre sein Traum. Hätte es "Workstart" nicht gegeben, "wäre ich jetzt wieder auf dem Hauptbahnhof". Nur Abstand von der Droge reiche nicht, es müssten neue Inhalte her. "Ich habe meine Festplatte völlig neu programmiert."

So ähnlich sieht das auch Petra. Sie war fünf Jahre spielsüchtig. Und hätte sie nach der Therapie nicht die drei Monate im Café Belvedere der Therapiehilfe gearbeitet und einen EDV-Kurs gemacht, "ich wäre wohl rückfällig geworden". So aber hat sie sich ein soziales Netz geknüpft, der Musikkeller gehört dazu, "statt zocken ist jetzt Klavierspielen mein Ventil". Das Reden mit Gleichgesinnten ist ihr wichtig, die Selbsthilfegruppe. Jetzt fühlt sie sich stabil und stark genug, es alleine zu versuchen. Mitte des Monats zieht sie aus der betreuten Wohngemeinschaft aus, "jetzt will ich keine tiefenpsychologischen Erklärungen mehr, da weiß ich sowieso schon lange alles, jetzt will ich es tun."

Die Mitarbeiter des Projekts sind stolz: "Während des Praktikums haben wir von 100 Teilnehmerinnen maximal eine Handvoll Abbrüche", sagt Arbeitsberaterin Shobana Gaebler. Sie betreut die Kunden, wie sie hier heißen. Sie erstellt mit ihnen individuelle Profile, findet Stärken und Schwächen heraus. Und sie sorgt auch dafür, dass die gerade noch Süchtigen sich nicht zu viel vornehmen, mahnt sie zu Geduld. "Ein Schritt zu weit, und dann ist alles für die Tonne", sagt sie. Auch lange nach der Therapie ist jeder Tag noch ein Kampf.

"Früher habe ich hier in der Nähe in einem Park mal meine Drogen gekauft, das fällt mir natürlich ein, wenn ich jetzt daran vorbei gehe", sagt Jan Sandmann. Er habe nichts vergessen, "aber ich sehe die Dinge jetzt aus einer anderen Perspektive."

Weitere Infos zu den Workstart-Angeboten Arbeit, Fitness, Computer oder Selbsthilfe unter 040-29 80 120 oder unter www.therapiehilfe.de/workstart

SANDRA WILSDORF

www.taz.de

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