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Gefährdung, Missbrauch
Missbrauch und Abhängigkeit beginnen fast immer unspektakulär. Schließlich ist es
"Allgemeinwissen". dass Alkohol entspannt, anregt, tröstet, wärmt, belohnt, kurzum
das Leben angenehmer macht und die maßvolle Anwendung dieses "Heilmittels" wird allgemein akzeptiert
("Auf diesen Schreck muss ich erst mal einen trinken"),
Wer jedoch regelmäßig Alkohol trinkt, um z.B. Stress, Ärger, Wut oder Trauer besser
aushalten zu können, ist gefährdet. Und je öfter Alkohol scheinbar für da;
Wohlbefinden sorgt, desto weniger gelingt es, schwierige Situationen ohne Alkohol zu
bewältigen. Ein kritischer
Punkt ist erreicht, wenn man sich ohne Alkohol kaum noch entspannen und wohlfühlen kann.
Ernste Warnzeichen sind Gedächtnislücken nach durchzechten Nächten,
Einschlafstörungen und Unruhe, wenn man nichts getrunken hat. Weitere Folgen wie
Streitereien mit Angehörigen über Alkohol, nachlassende Leistungsfähigkeit im
Beruf, Schuld- und Schamgefühle können
hinzukommen. Die Gewöhnung an die Wirkungen des Alkohols kann dann bereits so
stark sein, dass eine Senkung des Konsums bzw. dauerhafte Abstinenz ohne
psychosoziale Hilfe nicht
mehr zu erreichen ist.
Neben allmählicher Gewöhnung können schwerwiegende Probleme und besondere Belastungen
(z.B. Einsamkeit, Scheidung. Arbeitsplatzverlust. Gewalterfahrungen) erhöhten
Alkoholkonsum auslösen. Wer auch mittelfristig keine Chance sieht, seine Lage zu verbessern, läuft große
Gefahr, abhängig zu werden. Fachliche Unterstützung kann dies verhindern helfen. Beispielsweise können
Gespräche in einer psycho-sozialen Beratungsstelle dazu beitragen,
dass man andere Wege als den des Alkoholmissbrauchs findet, um drängenden persönlichen
und sozialen Problemen zu begegnen.
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Gesundheitliche
Folgen
Die Empfindlichkeit gegen Alkohol ist von Mensch zu Mensch verschieden. Hin absolut sicherer Grenzwert, der
für wirklich alle gilt, kann daher nicht angegeben werden. Fachleute bezeichnen deshalb heute einen
Alkoholkonsum, der nur in Ausnahmefällen die Gesundheit schädigt,
als risikoarm. Die Grenze hierfür ziehen sie für Frauen bei nicht mehr als
20 g reinen Alkohol/täglich, für Männer wird dieser Wert mit 30 g
reinem Alkohol/täglich angegeben.
Jedoch sollte nicht täglich getrunken werden.
Ein Zwischenschritt hilft, aus diesen abstrakten Werten, eine Im Alltag hilfreiche Regel abzuleiten. Jeweils 10 g
reinen Alkohols werden als eine Einheit erfasst. Und soviel
ist z.B. enthalten in einem kleinen Bier, einem kleinen Glas Wein bzw. Sekt oder einem Korn.
Falsch ist die Ansicht, zu schweren gesundheitlichen Schäden könne es nur in Folge von Alkoholabhängigkeit
kommen. Auch hoher gewohnheitsmäßiger Konsum birgt große Risiken und senkt die
Lebenserwartung deutlich.
In erster Linie nimmt die Leber Schaden, die den Alkohol im Körper abbaut. Leberschwellung, Leberverfettung und
schließlich Leberzirrhose sind mögliche Folgen.
Hormonell bedingt baut die weibliche Leber Alkohol langsamer ab und ist deutlich anfälliger für alkoholbedingte
Schädigungen.
Gleichfalls besonders gefährdet ist das Gehirn. Jeder Rausch zerstört Millionen von Gehirnzellen. Zuerst leiden
Gedächtnis und Konzentrationsvermögen, Kritik- und Urteilsfähigkeit, später die Intelligenz, bis hin zu völligem
geistigen Abbau. Weitere Risiken kommen hinzu: Bauchspeicheldrüse, Magen und Darm können sich entzünden.
Die Gefahr von Krebserkrankungen der Leber, des Magens, im Bereich von Mund- und Rachen höhle, des Kehl köpf es und der Speiseröhre steigt. Alkoholmissbrauch
beeinträchtigt auch die Potenz und das sexuelle Erleben.
Bei andauerndem Missbrauch wird die Persönlichkeit grundlegend gestört.
Alkoholkranke werden z.B. unzuverlässig, reizbar, depressiv und übertrieben eifersüchtig.
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Alkoholabhängigkeit,
Sucht
Alkoholabhängigkeit bzw. -sucht entwickelt sich m der Regel langsam. Die Bindung an die Droge
Alkohol kann jedoch sehr stark werden und entsprechend schwer zu überwinden sein. Das Fehlen des Alkohols führt
bei Abhängigen zu Entzugserscheinungen wie Schlafstörungen,
Schweißausbrüchen und morgendlichem Zittern bis hin zu Krampfanfällen, optischen wo akustischen
Halluzinationen ("weiße Mäuse") und dem "Delirium tremens"
sowie Unruhe, Gereiztheit, vielfältigen Ängsten und depressiven Verstimmungen bis hin zu
Selbstmordgedanken. Alkoholabhängige sterben überdurchschnittlich häufig
durch Selbsttötung.
Alkoholabhängige sind unfähig, ihren Alkoholkonsum dauerhaft und in Übereinstimmung mit ihrem Wollen zu
steuern. Aber: Alkoholabhängigkeit ist nicht eine Frage der konsumierten Alkoholmenge! Es gibt sowohl
Alkoholabhängige, die zeitweise abstinent leben
("Quartalssäufern") als auch solche, die zwar ihren täglichen Konsum
kontrollieren können, jedoch selbst zu kurzen Abstinenzphasen unfähig sind ("Spiegeltrinker").
Je weiter die Alkoholabhängigkeit bzw. die Suchtentwicklung fortschreitet, desto gravierender werden die körperlichen, geistigen, seelischen und sozialen Schaden. Sie
verstärken sich teilweise gegenseitig, so dass Alkoholabhängige ab einem gewissen Punkt immer rascher auf den
Zusammenbruch hinsteuern. Schuld- und Schamgefühle können zum Rückzug aus Freundschaften führen, während gleichzeitig die zunehmende Isolation zu verstärktem Alkoholkonsum führt. Oder: Nach der Trennung von
der Familie werden Ernährung und äußere Erscheinung vernachlässigt, und der soziale Abstieg beschleunigt sich
dadurch.
Leider gelingt es vielen Alkoholkranken - aus Scham und aus Angst vor dem Verlust ihrer Droge -erst sehr spät,
sich ihre Situation einzugestehen und Hilfe anzunehmen.
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Behandlung
Alkoholabhängigkeit bzw. -sucht ist medizinisch und
sozialrechtlich als Krankheit anerkannt, denn ohne fachliche Hilfe ist ihre Bewältigung kaum möglich. Die Kosten
der Behandlung tragen deshalb ihrem gesetzlichen Auftrag entsprechend die Kranken- und Rentenversiche-
rungsträger. Ziel der Behandlung ist in aller Rege! die völlige Abstinenz, da die Versuche, Alkohol gelegentlich und
gemäßigt zu konsumieren, erfahrungsgemäß scheitern.
Sie lösen fast immer schwere Rückfälle aus, deren Überwindung die Betroffenen viel Kraft kostet.
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Der Prozess der Bewältigung gliedert sich in mehrere
Phasen:
7. Kontaktphase
In ihr nimmt die/der Abhängige Kontakt zu einer Beratungsstelle auf und informiert sich über Möglichkeiten
der Hilfe. Sie/Er ist bereit, sich auf eine Behandlung und den Versuch einzufassen, (wieder) alkoholfrei zu leben.
Diese Phase kann einige Tage bis mehrere Monate dauern.
2. Entzug/Entgiftung
Ob eine wg. Entgiftung notwendig ist, wird während der Kontaktphase geklärt. Die medizinische Behandlung
kann stationär oder auch ambulant erfolgen. Die Entzugserscheinungen werden dabei mit Medikamenten
behandelt. Gespräche und Informationen helfen - sofern dies noch nicht geschehen
ist - die Frage der weiteren Behandlung bzw. Nachsorge zu klären. Der Entzug dauert
meist zwischen zwei und drei Wochen.
3. Entwöhnung
Eine anschließende psycho- und sozialtherapeutische Behandlung hilft, die Abstinenz abzusichern. Sie kann
ambulant oder stationär, als Einzel- oder Gruppentherapie durchgeführt werden und dauert mehrere Monate.
4. Nachsorge
Im Anschluss an die Behandlung, oder bereits begleitend dazu, sind Selbsthilfegruppen von Betroffenen und ihren
Angehörigen besonders hilfreich.
Quelle: DHS,
Deutsche Hauptstelle gegen die Suchtgefahren e.V. www.dhs.de |
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