An wen richtet sich unser Angebot?

Das Angebot der ambulanten Rehabilitation richtet sich an Menschen, die
Suchtprobleme mit folgenden Substanzen haben:


Was bietet die Ambulante Rehabilitation?

Die ambulante Rehabilitation erstreckt sich über einen maximalen Zeitraum von 18
Monaten und beinhaltet wöchentlich 1-2 Einzelgespräche und 1 Gruppengespräch. Die Behandlungstermine werden individuell abgestimmt; für Berufstätige haben wir Abendtermine vorgesehen.

Nach Abschluss der Beratungsphase erhält jeder Klient für die Dauer der Behandlung einen festen Bezugstherapeuten. Dieser begleitet den Klienten während der gesamten Therapie in Einzelgesprächen parallel zu den angebotenen Gruppen. Die Behandlungsplanung erfolgt individuell. Bei einem Rückfall wird kein Klient von der Einzeltherapie ausgeschlossen. Statt
dessen gilt es zu klären, ob eine stationäre Entgiftung notwendig ist. Die Hintergründe des Rückfallgeschehens werden bearbeitet. Bei dauerhafter Rückfälligkeit suchen wir mit dem Klienten weiterführende Behandlungsmöglichkeiten.

Elemente der ambulanten Rehabilitation sind:

• ärztliche Diagnostik
• psychologische Diagnostik
• Info-Gruppe zum Thema Suchtentwicklung und Suchtdynamik
• Entspannungsverfahren
• ein (werk-)tägliches Akupunkturangebot zur Rückfallvorbeugung und Minderung des
  Suchtdrucks
• Drogen-/Alkoholscreening
• Unterstützung bei der beruflichen Wiedereingliederung
Fitness und Sportangebote
• Unterstützung und Angebote zur Entwicklung einer belebenden und
  entspannenden Freizeitgestaltung

Das Cafe Belvederè bietet während der ambulanten Therapie und auch nach der Beendigung der Maßnahme die Möglichkeit, sich in einem suchtmittelfreien Rahmen aufzuhalten, Bekannte zu treffen, sich an einem der Kursangebote oder/und einer Selbsthilfegruppe zu beteiligen.
PC und Internet können an zwei Arbeitsplätzen genutzt werden.

 


Wie läuft das Bewerbungsverfahren?

Die Bewerbung erfolgt über die Seehaus - Beratungsstelle. Die Beratung ist anonym und kostenlos.

Wer sich für eine Ambulante Therapie bewerben möchte, kommt in die offene Sprechstunde der Beratungsstelle. In einer mehrwöchigen Beratungs- und Therapievorbereitungsphase klären wir, ob die ambulante Rehabilitation die geeignete Maßnahme ist. Danach wird der Antrag auf Kostenübernahme gestellt. Zur Stabilisierung und Rückfallvorbeugung ist schon jetzt die Teilnahme an der Akupunkturgruppe möglich.

Voraussetzungen für die Teilnahme an der ambulanten Therapie sind:

• Die regelmäßige Einhaltung der vereinbarten Termine
• Die Fähigkeit zur Abstinenz, nachgewiesen durch 2-3 Urinkontrollen
• Ein hinreichend intaktes und stützendes soziales Umfeld
• Aktive Teilnahme am Erwerbsleben oder die Bereitschaft zum beruflichen
  Wiedereinstieg (Schule, Ausbildung, etc.)

Nach Beendigung der Beratungsphase wird der Antrag auf Kostenübernahme gestellt. Dazu notwendig sind:

• Ein kurzer Lebenslauf mit den wichtigen persönlichen Lebensetappe n, der
  Suchtentwicklung und den Zielsetzungen für die Therapie
• Mindestens drei negative Drogenscreenings/Alkoholtests
• Aktuelle Laborbefunde des Hausarztes
• Medizinische Eingangsuntersuchung und Befundbericht

Wir setzen voraus, dass Klienten mit einer Drogenproblematik auch auf Alkohol verzichten.

 


Phasen der Ambulanten Rehabilitation:


Eingangsphase (6 bis 8 Wochen)

Ankommen. Fuß fassen und sich stabilisieren.

Im Rahmen der Eingangsphase finden neben den Einzelgesprächen die psychologische
Testdiagnostik statt. Die Ergebnisse werden gemeinsam mit dem Bezugstherapeuten
besprochen und sind Bestandteil der Therapieplanung.
Das Seehaus bietet in dieser Phase die Möglichkeit, an einer Informationsgruppe über
Sucht und/oder Entspannungsverfahren teilzunehmen, des weiteren können im
"Selbsthilfezentrum" Sportgruppen, Sauna und Angebote zur Freizeitgestaltung genutzt werden.
Begleitend kann das werktäglich stattfindende Akupunkturangebot in Anspruch genommen werden.

Dieser Rahmen soll Unterstützung geben, die Abstinenz zu festigen, eine stabile Beziehung zum Therapeuten zu entwickeln und ein Fundament für die ambulante Rehabilitation zu schaffen.

Zum gegenseitigen Kennenlernen und um Möglichkeiten der Unterstützung im unmittelbaren Lebensumfeld zu fördern, führen wir während der Eingangsphase in der Regel ein gemeinsames Gespräch mit der wichtigsten Bezugsperson.
Partner/Angehörige bekommen einen festen Ansprechpartner/Therapeuten, der für nachfolgende Gespräche, auch bei Krisen, zur Verfügung steht. Angehörigen-Partnerseminare gehören zum Programm der ambulanten Therapie.

In der Eingangsphase geht es um:

  • Entwicklung von Strategien zur Aufrechterhaltung der Abstinenz und deren Umsetzung

  • Grundlagenvermittlung zum Thema Sucht, der Suchtentstehung und ihrer Dynamik

  • Bestandsaufnahme der aktuellen Situation

  • Diagnostik

  • Entwicklung von ersten Therapiezielen


Therapiephase l (etwa 6 Monate)

Selbstklärung, sich wahrnehmen und verstehen lernen, Veränderungswünsche und -notwendigkeiten erarbeiten.

In dieser Phase geht es darum, ein Verständnis für die Hintergründe des Suchtmittelkonsums zu entwickeln.

Wichtige Themen können sein:

  • Welche Funktion hatte das Suchtmittel für mich

  • Was möchte ich lernen/verändern, um dauerhaft und zufrieden ohne Suchtmittel 
    leben zu können?

  • Welche Situationen, welche Verhaltensweisen sind für mich gefährlich, welche
    schwierig?

  • Wie gehe ich mit schwierigen und konflikthaften Lebenssituationen in der Zukunft
    suchtmittelfrei um

  • Schuldenregulierung

  • Veränderung der Wohnsituation

  • Freizeitgestaltung und soziale Kontakte

  • Klärung und Planung einer schulischen oder beruflichen Perspektive


Therapiephase ll (etwa 8 Monate)

Umsetzen der gewonnenen Kenntnisse

In diesem Therapieabschnitt geht es schwerpunktmäßig um das Verstehen der eigenen
Probleme auf dem lebensgeschichtlichen Hintergrund und das Einüben und Vertiefen von
neuen Verhaltensweisen unter abstinenten Bedingungen. Die Therapiegruppe wirkt in
dieser Phase erhellend und unterstützend.

Begleitende Paar- bzw. Angehörigengespräche können diesen Prozess sinnvoll unterstützen.

Weiterhin geben wir Unterstützung bei Maßnahmen zur beruflichen Wiedereingliederung,
Sport und Gesundheit und Freizeitgestaltung.

Abschlussphase (etwa 2 Monate)

Abschied und Ausblick

Am Ende der Behandlung wird eine Bilanz gezogen, in die auch die Ergebnisse der
psychologischen und medizinischen Abschlussuntersuchung einfließen. Nachfolgende
Unterstützungsmöglichkeiten werden geklärt bzw. eingeleitet, wie z B. die Teilnahme an
einer Selbsthilfegruppe oder auch Weiterbehandlungen bei niedergelassenen
Psychotherapeuten.

Zentrales Thema ist die Rückfallprophylaxe

• Wie schütze ich mich auch in Zukunft vor einem Rückfall?
• Welche Hilfsangebote kann ich nutzen, wenn ich rückfällig geworden bin?

Die Häufigkeit der Sitzungstermine wird in der Regel reduziert, die Klienten üben eine
Alltagsbewältigung mit eingeschränkter therapeutischer Unterstützung.

Nach Beendigung der ambulanten Rehabilitation hat jeder Klient die Möglichkeit, sich in
Krisenzeiten wieder an das Seehaus zu wenden.
Sowohl das Cafe Belvederè als auch Selbsthilfezentrum mit seinen Freizeit-,
Sport- und Schulungsangeboten kann weiter in Anspruch genommen werden.


Hamburg, Oktober 2001

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